Kinderzahnmedizin up-to-date: Neues aus der Kinderzahnheilkunde
- ZÄ
- KFO
Referent: Prof. Dr. Norbert Krämer, Gießen
Ort: ZÄF, Würzburger Straße 150, 63743 Aschaffenburg
5 Fortbildungspunkte nach den Richtlinien der BZÄK und DGZMK
Inhalte
Frühkindlicher Karies und Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) stellen heute die größte Herausforderung in der Familienpraxis dar. Im Seminar werden daher aktuelle Therapiekonzepte vorgestellt. Beim Kariesmanagement ist eine vollständige Kariesentfernung nicht mehr notwendig. Eine sichere Schmerzausschaltung insbesondere der hypersensiblen MIH-Zähne garantiert eine suffiziente Versorgung unabhängig vom Schweregrad. Das Seminar veranschaulicht die Therapiekonzepte anhand von Fallbeispielen.
Themenschwerpunkte des Seminars:
- (digitale) Diagnostik und Behandlungsplanung
- Konzepte zur Prävention der ECC
- modernes Kariesmanagement im Milchgebiss
- Füllungstherapie vs. Kronen
- Endodontie (Pulpotomie) in der 1. Dentition
- Das Problem Kreidezähne (strukturelle Besonderheiten, sicheres Schmerzmanagement, systematische Versorgung je nach Schweregrad)
- Fallbeispiele
Zusammenfassung
Die wichtigsten Aufgaben in der täglichen Praxis der Kinderzahnmedizin sind das Kariesmanagement insbesondere im Milchgebiss und das Problem „Kreidezähne“ (MIH). Die Konzepte für die Versorgung der Kinder haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Eine vollständige Kariesentfernung ist nicht mehr „State of the Art“. Selektive Kariesentfernung, Chronifizierung der Karies oder Modifikation des Biofilms sind die heutigen Konzepte beim Kariesmanagement. Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist der dichte Verschluss der Kavität entweder durch Füllungstherapie oder die Kronenversorgung. Bei vorzeitigem Milchzahnverlust kann eine Kinderprothese oder ein Lückenhalter indiziert sein.
Bei der MIH wird eine adäquate Versorgung häufig aufgrund der unzureichenden Schmerzausschaltung bei eingeschränkter Compliance der Patienten gestört. Mithilfe von Prämedikationsmaßnahmen und einer geschickten Lokalanästhesietechnik gelingt die Schmerzausschaltung auch bei überempfindlichen Zähnen. Dies erleichtert es, das „Würzburger“-Therapiekonzept schon bei jungen Kindern umzusetzen. Die empfohlenen Therapieschritte schließen Prävention, non-invasive Techniken, temporäre kurzzeitige und längerfristige Maßnahmen ein. Die definitive Versorgung sollte adhäsiv mit Komposit oder durch indirekte Restaurationen erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch die Extraktion der MIH-6-Jahrmolaren und die kieferorthopädische Einstellung der folgenden Molaren indiziert sein. Die vorgestellten Therapiemöglichkeiten werden durch Fallbeispiele veranschaulicht.
Preise: Mitglied: 280,- € Nichtmitglied: 350,- €
Prof. Dr. Norbert Krämer, Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum Gießen-Marburg – Standort Gießen, 2000 – 2004 Präsident Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, 2006 Universitätsprofessor für Kinderzahnheilkunde TU Dresden, seit 2009 Universitätsprofessor und Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum Gießen, 2008 - 2014 Board member der European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD), 2010 – 2012 President der European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD)., 2015 – 2019 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, seit 2024 Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnmedizin