Was kann der Zahnarzt für den Kieferorthopäden, was der Kieferorthopäde für den Zahnarzt tun?

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Univ. Prof. em. Dr. Ingrid Rudzki

Referentin: Univ. Prof. em. Dr. Ingrid Rudzki

Ort: ZÄF, Würzburger Straße 150, 63743 Aschaffenburg

8 Fortbildungspunkte nach den Richtlinien der BZÄK und DGZMK

Interdisziplinäre Versorgung von Patienten mit kieferorthopädischem Behandlungsbedarf.

Innerhalb der im Fachbereich Medizin als eigenständige Disziplin ausgewiesenen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, versprechen, rasant zunehmend, neue klinische, technische und wissenschaftliche Erfahrungen eine immer bessere Diagnostik und Therapie, wobei  der  Nachsorge unserer Patienten ein zentraler Stellenwert zukommt.

Damit verbunden erfordert jede non-invasive wie invasive Intervention im Kauorgan von allen Spezialgebieten der Zahnmedizin, eingeschlossen logopädische wie physiotherapeutische Begleitung, eine lückenlose Interaktion im Austausch von Fachkenntnissen für das  ganzheitlich zu betrachtende stomatognathe System, dem ein ständiger Wandel von Geburt an, über das Milch- und Wechselgebiss bis hin zum bleibenden Gebiss zu eigen ist.

Dem Fachgebiet Kieferorthopädie, per definitionem zuständig für das rechtzeitige Erkennen von abwegigen Form- und Funktionsfehlern im Kauorgan, für die Verhütung von Zahn- und Gebissfehlstellungen, wenn sie ätiologisch als erworben einzustufen sind, vor allem bedingt durch orofaziale Dyskinesien, die auch zur unerwünschte Verstärkung von ererbten basalen Disharmonien führen, und  letztendlich für das Behandeln von Malokklusionen und Dysgnathien, obliegt die therapeutische Zielsetzung „zur rechten Zeit , das Richtige zu tun“.

Diese, Diagnose – Prävention - Therapie, umfassende Trias bezieht sich auf unterschiedlichste kieferorthopädische Befunde, die immer zuerst transversal, dann vertikal, und letztendlich erst sagittal differenziert werden müssen. In fünf Lebensabschnitten, vom Kleinkind über das Kindesalter zum Jugendlichen, vom jungen Erwachsenen bis zum Senior, sind Absprachen zwischen allen zahnärztlichen wie medizinischen Bereichen unumgänglich. Beginnend mit der Gesundheit von Zähnen und Parodont, gilt es muskuläre und skelettale Behandlungsaufgaben interdisziplinär vor jeder dento-basalen und dento-alveolären Maßnahme gemeinsam abzuklären. Nur so gelingt es, eine Vielzahl von wohlbekannten Risiken für das Kauorgan zu vermeiden.

Als Beispiele werden die häufigsten Überweisungsfragen diskutiert: Ex-NonEx Entscheidungen, abhängig  von der individuellen Gebiss- und Gesichtsentwicklung, ebenso wie Engstand- und Lückenprobleme bei Aplasien und /oder frühzeitigem Zahnverlust in den Zahnbögen, deren funktionelle wie morphologische Grenzen für jede Zahnbewegung, insbesondere dentale Kompensationen, vom Gesichtstyp und seinem vertikalen Charakter bestimmt werden, ebenso wie eine  konservative oder chirurgische Korrektur von Dysgnathien. Verantwortung dafür übernimmt primär das individuell höchst variable natürliche, unbeeinflusste Kieferwachstum, das auch Art und Ausmaß der Gebissalterung mitbestimmt und nicht irgendeine „Meinung“, definiert als ein „unzureichend begründetes Fürwahrhalten“ (Kant) und somit unbrauchbar im medizinischen Bereich.

Als gemeinsames Ziel gilt, mit einem störungsfreies Kauorgan das individuelle Optimum zu gewährleisten, in dem ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Funktion, Morphologie, Ästhetik und Psyche unseren Patienten eine zufrieden stellende Langzeitprognose gewährt.

Verpflegung: Kaffeepause, Mittagessen, Getränke

Preise:  Mitglied: 230,- €                              Nichtmitglied:  300,- €

 

Curricululm Vitae Univ.-Prof. Dr. Ingrid Rudzki

Studium der Zahnheilkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Approbation 1967, Promotion 1970, Habilitation 1977, apl. Professur 1982.

Lehraufträge an der Medizinischen Hochschule Hannover 1971/72 sowie an der Universität München SS 1976 bis SS 1978.

Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Kieferorthopädie: 1980 an die Universität Göttingen, 1991 an die LMU München, hier Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie vom 01.10.1991 bis 31.08.2008.

Fachzahnarzt für Kieferorthopädie 1971: Kieferorthopädische Weiterbildung (Ascher, Rosenstein, Björk, Hasund); weiterbildungsberechtigte Fachpraxis für Kieferorthopädie in München 1974 bis 1991.

Gründungsmitglied DGLO 1998;Bayerischer Verdienstorden 2010

 

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